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Bericht über die Erscheinungen der Gottesmutter in Marpingen

vom 3. Juli 1876 bis zum 3. September 1877

Marpingen, ein kleiner Ort in der Diözese Trier, in der Nähe der Kreisstadt St. Wendel gelegen, wurde im Juli 1876 durch Zeitungsberichte in ganz Deutschland und darüber hinaus bekannt. Ausgelöst durch die Aussage von drei Kindern und Zeugenberichten von Erwachsenen.

Was war geschehen? Am Abend des 3. Juli befanden sich diese Kinder beerensuchend  am Waldessaum des Härtelwaldes. Plötzlich erblickten diese drei achtjährigen Mädchen in einem leuchtenden Schein, zwischen zwei Sträuchern die Muttergottes in weißem Gewand und mit weißem Schleier. Auf Ihrem rechten Arm hielt Sie das Jesuskind, welches ein Kreuz in den Händchen hielt. Susanne, Katharina und Margarethe  eilten sogleich nach Hause und erzählten, was sie gesehen hatten. Am nächsten Nachmittag gingen sie mit einer größeren Gruppe  zur gleichen Stelle. Während des Vaterunsers sahen die drei die leuchtende Erscheinung wieder. Auf die Frage der Kinder, wer Sie sei, hörten sie die Antwort: „Ich bin die Unbefleckt Empfangene!“

Die Kinder fragten: „Was sollen wir tun?“  Darauf antwortete die Gottesmutter: „Ihr sollt fromm beten und nicht sündigen!“ Später wünschte die Muttergottes  noch den Bau einer Kapelle.

Auf dem Heimweg bemerkten die Mädchen, dass die Muttergottes ihnen bis zu den ersten Häusern des Dorfes folgte. Mit großer Freude beschrieben sie die Gottesmutter so schön und strahlend wie die Sonne.

Am 6. Juli wurde der allseits bekannte, seit 10 Jahren schwer kranke Invalide Nikolaus Recktenwald  geheilt, indem die Kinder seine Hand auf den Fuß der Himmelskönigin legten. Auch sollte er während 8 Tagen die Gebete „Komm Heiliger Geist und Unter Deinem Schutz und Schirm beten. Am 7. Juli wurde die siebenjährige Magdalena Kirsch, die sterbend (an Tuberkulose im Endstadium erkrankt),  daniederlag, geheilt. Von diesem Zeitpunkt an gab es viele Berichte über empfangene Gnaden und Heilungen.

Am 6. Juli sahen plötzlich sechs Erwachsene die herrliche Erscheinung der Himmelskönigin mit dem göttlichen Kind, darunter vier gestandene Männer; sie sind später für das Zeugnis ihres Sehens ins Gefängnis gegangen. 14 Monate dauerte  die große Gnade der Marienerscheinungen. Die drei Kinder erlebten die Freude Ihres Anblickes auch in ihren Wohnhäusern am Marienbrunnen und oft in der Pfarrkirche. Eine gewaltige Neubelebung im Sakramentenempfang setzte ein. Es kamen an manchen Tagen bis zu 20 000 Personen, angezogen von der überwältigenden Kunde des Erscheinens der „Unbefleckt Empfangenen“.

Am 13. Juli setzte die unglaubliche Verfolgung des gläubigen Volkes an der Erscheinungsstätte ein.

Feldmarschmäßig ausgerüstet, rückte eine Kompanie Infanterie mit Gewehren unter Trommelwirbel gegen die ca. 4000 Beter vor. Das Betreten der Stätte wurde verboten. Das Eingreifen der  Staatsmacht war eine Folge des Kulturkampfes, der damals in Deutschland wütete. Viele Geistliche befanden sich infolge der Maigesetze unter Reichskanzler Bismarck im Gefängnis. 202 der 731 Pfarreien in der Diözese waren priesterlos. Der Trierer Bischof verbrachte 9 Monate im Gefängnis. Er musste die gewaltsame Schließung blühender Diözesananstalten und Klöster erleben.

Nun kamen wegen der Marpinger Ereignisse auch Pfarrer Neureuter, der aufopferungsvolle Priester, der seit Generationen marianisch geprägten Pfarrei und der Dorflehrer, ins Gefängnis. Selbst die 3 achtjährigen Kinder wurden tagelang im Gefängnis festgehalten und anschließend in ein evangelisches Erziehungsheim eingewiesen, woraus sie nur durch Intervention des deutschen Hochadels wieder freikamen. Das Dorf musste hohe Kosten für die besetzende Wehrmacht aufbringen. Es wurden Gerichtsprozesse eingeleitet, selbst der Reichstag in Berlin befasste sich mit dem Fall Marpingen. Bismarck machte sich stark für die Verhinderung eines deutschen Lourdes. 

Die religiöse Not in Deutschland war verheerend. Am 1. Dezember 1876 erschien die Gottesmutter als „Trösterin der Betrübten“ auch in Mettenbuch, bei dem Benediktiner Kloster Metten bei Deggendorf. Dann in Dietrichswalde bei Allenstein/Ostpreußen, erstmalig am 27. Juni 1878 auf einem perlenbesetzten Thron.

Auch dort auch unter dem Titel  „Die Unbefleckt Empfangene“. Am 100-jährigen Jahrestag der Erscheinung Mariens 1978 wurde Dietrichswalde kirchlich anerkannt und das Gnadenbild vom polnischen Kardinal Woytyla aus Krakau feierlich gekrönt.

Kalendermäßig war der 3. Juli 1876 kein besonderer Tag, aber ein Tag zuvor wurde in Lourdes die feierliche Krönung der Statue der “Unbefleckten Empfängnis“ durch den päpstlichen Legaten, mit 32 Bischöfen und fast 5000 Priestern und einem unübersehbaren, jubelnden Volk, vollzogen.